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Schwules Schützenpaar anerkennen

Unredliche Intervention der katholischen Kirche

Der Kölner Weihbischof Heiner Koch hat in seiner Funktion als Vorsitzender der Schützenbruderschaften dem schwulen Schützenkönig aus Münster untersagt, gemeinsam mit seinem Lebenspartner aufzutreten. Dazu erklärt Manfred Bruns, Sprecher des Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD):

Der Kölner Weihbischof Heiner Koch will befehlen, dass der Lebenspartner eines Schützenkönigs beim Festumzug nicht neben, sondern eine Reihe hinter ihm marschieren muss. Das ist ein Musterbeispiel von Scheinheiligkeit und Realitätsverleugnung.

Diese skurrile Posse zeigt: Der Papstbesuch in Deutschland wirft offenbar seine Schatten voraus. Mit seiner unredlichen Intervention zeigt der Kölner Weihbischof Heiner Koch, dass die katholische Kirche ihren Einfluss weiter ausdehnen will.

Immer wieder verlangt die katholische Kirche, dass Lesben und Schwule sich und ihre Familien verstecken. Es ist schlimm genug, dass die Bischofskonferenz allen Angestellten in katholischen Einrichtungen mit Kündigung droht, wenn sie eine Eingetragene Lebenspartnerschaft eingehen. Mit dem gegen den schwulen Schützenkönig gerichteten Verbot dringt sie in weitere Kreise vor. Hier wird versucht, die Zivilgesellschaft dem Primat der Religion unterzuordnen. Das dürfen wir nicht dulden.

Die katholische Kirche muss endlich akzeptieren, dass sie von einer aufgeklärten und vielfältigen Gesellschaft umgeben ist. Die Formalitäten eines Schützenumzuges gehören nicht zum Verkündigungsauftrag. Wir fordern, die Schützenbruderschaft auf, sich nicht dem Diktat des Bischofs zu unterwerfen und den schwulen Schützenkönig und seinen Mann als Bürger wie alle anderen anzuerkennen.

Quelle: LSVD-Pressestelle, 3. August 2011